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Die Gebiss-System und Halswirbelsäule
Das Zahnsystem bildet mit der Halswirbelsäule über die
Muskelketten und das Craniosacrale System eine funktionelle
Einheit und somit mit dem gesamten Skelett. Bei einem normalen
Gebiss-System ist auch die Halswirbelsäule normal gebogen. Ist
ein Teil des Skelett-System gestört, müssen alle anderen Teile
durch Lageveränderung kompensieren. Da es im menschlichen
Organismus keine Einbahnstraßen gibt, kann die gegenseitige
Beeinflussung aufsteigend oder absteigend sein.
So kann z.B. ein Beckenschiefstand mit scheinbarem
Beinlängenunterschied als Ausgleich zu einer Verkrümmung der
Wirbelsäule (Skoliose) führen und auch die Kiefergelenkslage
verändern, was Auswirkungen auf das gesamte Gebiss-System hat.
Sind einzelne Wirbel verschoben, können sich reflektorisch
Dysfunktionen der inneren Organe ergeben.
Andererseits kann sich ein ungünstiger Biss auf das
Skelett-System auswirken und als Ausgleich zum Beckentiefstand
führen. Bei einer Verschiebung des Unterkiefers z.B. infolge von
Frühkontakten bei überhöhten Füllungen oder Kronen kommt es zur
Fehlstellung des Kiefergelenks, wobei die beiden oberen
Halswirbel verschoben werden können. Die Halswirbelsäule als
Übergang vom schweren Kopf zum massiven Rumpf ist sehr zart und
empfindlich und daher für Wirbelverschiebungen und krankhafte
Veränderungen anfällig. Dies trifft besonders für die beiden
oberen Wirbel Atlas und Axis zu, die eine große Beweglichkeit
des Kopfes ermöglichen, andererseits über schwache Muskeln und
Bänder verfügen. Ungünstige Biss-Verhältnisse sind ein
Stressfaktor nicht nur für die Kaumuskeln und die Kiefergelenke,
sondern auch für die Kopf- und Halsmuskeln und das gesamte
Skelett-System. Streß führt zu verkrampften Kaumuskeln mit
Einschränkung der Schädelatmung, zu Durchblutungsstörungen und
zu Lymphstauungen. Das Saugen ist
nicht zur normalen Entwicklung des Kauorgans erforderlich,
sondern auch zur Aufrichtung einer zu stark gekrümmten
Halswirbelsäule. Nach kieferorthopädischer oder prothetischer
Korrektur einer ungünstigen Bisslage verbessert nicht nur das
Kauvermögen, sondern es wird auch Schäden am übrigen
Skelett-System und Folgeerkrankungen vorgebeugt. Bei schon
vorhandenen Schäden können diese gelindert oder geheilt werden.
Mit zunehmendem Alter verringert sich durch Abkauen und
teilweisen Zahnverluste die Bisshöhe. Das Kiefergelenk wird
nicht mehr richtig gestützt und kommt in eine ungünstige Lage
auf Gelenkbahn mehr zum Ohr hin. Wenn man die Stützzonen mit
Kronen und Brücken, bei nicht genügend Zähnen auch mit
Kiefer-Implantaten, wiederherstellt, kann man die schädliche
Weiterleitung über die Wirbelsäule auf das Becken vermeiden.
Regelmäßige Belastung stärkt die Wirbelsäule und vermindert das
Risiko von Rückenerkrankungen. Eine Minderbelastung lässt die
Rückenmuskulatur erschlaffen und erleichtert
Bandscheibenvorfälle.
Diese aufsteigende und absteigende Beeinflussung des gesamten
Skelett-Systems sollte in der Zahnheilkunde berücksichtigt
werden. Andererseits können Störungen im Gebiss-System
Heilerfolge in der Orthopädie blockieren. So birgt die
ganzheitliche Sicht des Bewegungsapparates neue Diagnose- und
Behandlungsmöglichkeiten für die gesamte Heilkunde.
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